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28 Kommentare

Gefährliche Bildmanipulation

Jede Bildmanipulation ist eine gezielte Einflussnahme auf unser Empfinden. Eines der stärksten Gefühle ist Angst, und wer Angst hat ist leicht manipulierbar, weshalb es nicht verwundert, dass nur wenige Tage nach dem 11. September ein Bild auftauchte, das damals sehr hohe Wellen schlug.

 
Dieser als WTC Tourist Guy betitelte Fake war schnell entlarvt, da eine 767, nicht die 757 auf dem Bild, für das Unglück verantwortlich war. Auch ist das sich mit hoher Geschwindigkeit bewegende Fluzeug schärfer, als der stillstehende Tourist.
 

Solche Manipulationen, die auf einer Welle der Angst schwimmen, gibt es schon lange. So zeigt das folgende Bild aus dem Buch Death in the Air: The War Diary and Photographs of a Flying Corps Pilot keine echte Begebenheit des ersten Weltkrieges, sondern die Aufnahme eines Modells.
 

 
Das nächste Bild zeigt US-Senator John Kerry mit der Kriegsgegnerin Jane Fonda bei einer Demonstration, die so nie stattgefunden hat. Hier wurden zwei Bilder montiert, die zu verschiedenen Zeiten und an unterschiedlichen Orten aufgenommen wurden. Ein neuer Zusammenhang entsteht.
 

 
Doch auch der politische Gegner ist ein dankbares Opfer:
 

 
Ausgefeilte Verschwörungstheorien ranken sich um den Mythos Mondlandung. Man versucht von offizieller Seite aus manch unerklärliche Bilder damit zu begründen, dass miserable Aufnahmen durch nachgemachte Fotos ergänzt wurden, um das Ereignis den Medien in guter Qualität zu präsentieren.
 

 
Das die Bild-Zeitung öfters mal die Wahrheit verbiegt, wissen wir nicht erst seit dem Bildblog. Da wird schonmal aus einem Seil ein Schlagstock und aus einem Autoteil ein gefährlicher Bolzenschneider. Ein schönes Beispiel, wie ein Bildausschnitt den Kontext beeinflusst.
 

 
Neben der Politik mit ihren Interessen wird also auch in der Werbung manipuliert, wo es nur geht. Empfindet man Tage nach der Aufnahme die Rolex als zu protzig, so wird diese halt wegretuschiert.
 

 
Nach einem Attentat in Luxor wurde ein Foto von der Blick-Redaktion (Schweizer Bild-Zeitung) einzig in der Farbe beeinflusst, und doch änderte sich der Eindruck so stark, dass aus einem Wasserlauf ein blutiger Rinnsal wurde.
 

 
O.J. Simpson wurde 1994 wegen Mordes an seiner Ex-Frau und ihrem Liebhaber angeklagt. Eine Aufnahme der Polizei wurde auf dem Titelbild des Time Magazine dunkler (damit auch dunkelhäutiger) dargestellt, als auf dem Titel der Newsweek, um den vermeintlichen Täter noch böser wirken zu lassen.
 

 
Der Bayerische Rundfunk setzt Photoshop nicht nur für allgemeine Bildkorrekturen ein, sondern verschönert gerne die Realität, wenn mal ein kleines Malheur passiert: Die Süddeutsche Zeitung präsentierte ein Bild, das Angela Merkel mit Ehemann Joachim Sauer auf den roten Teppich zeigt. Sie hebt die Hand zum Politiker-Gruß und zeigt damit einen kleinen, aber deutlichen Schweißrand, der die Achselhöhle rahmte. Beim Internet-Portal des Bayerischen Rundfunks erschien das gleiche Motiv jedoch mit gereinigter Robe. Komisch. ;-)