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Gut gefälscht ist gut verkauft

Die Wanderausstellung „Bilder, die lügen“ hinterfragt die Objektivität von Bildern und zeigt, wie Manipulationen entstehen. Von „A wie Aktuelles“ bis „Z wie Zukunft“ kann der Betrachter in ein Lügen-Alphabet eintauchen. Rund 300 Beispiele zeigt die Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist seit dem 13. März bis zum 3. Juli im ZDF-Sendezentrum in Mainz zu sehen.

Im Zentrum der Ausstellung steht die Frage nach der Manipulierbarkeit von Bildern, erläutert anhand vieler Beispiele. Eines davon ist die Berichterstattung über den Irak-Krieg. „Aus dem Kontext herausgerissen wurden die Bildbeiträge durch die Kriegsparteien interpretiert und instrumentalisiert“, urteilt die Bundeszentrale für politische Bildung.

Optische Tricks zu erzeugen ist leichter denn je: Schere und Retuschepinsel sind heute längst überholt. Moderne digitale Bildbearbeitungen öffnen Tür und Tor für Fälschungen und sorgen für sensationelle Schlagzeilen gerade bei der Yellow Press. Jeder „Fall“ der Ausstellung wird in seinem spezifischen historischen Kontext erläutert. Entlarvung und Rezeption der Lügengeschichten stehen in ihrem Mittelpunkt.

Die bekannteste Methode, Fotos zu manipulieren, ist der direkte Eingriff in das Bildmaterial. Vor allem totalitäre Systeme nutzen bis heute diese Methode. „D wie Damnatio memoriae“ bedeutet im klassischen Verständnis, die Erinnerung an bereits verstorbene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens auszulöschen. Die Ausstellung zeigt, wie missliebig gewordene und in Ungnade gefallene Personen aus vorhandenem Bildmaterial entfernt und so aus der geschichtlichen Erinnerung gestrichen werden.

Bilder lügen auch durch Informationen zum Bild: „B wie Born“ rollt einen der spektakulärsten Fälle von Fälschung im Fernsehen auf. Mangelhafte journalistische Sorgfalt ermöglichte dem freiberuflich arbeitenden Journalisten Michael Born, Magazinbeiträge mit gestellten Szenen bei verschiedenen Sendern zu platzieren. Nicht die Bilder allein, sondern erst die begleitende Kommentierung machten die Beiträge zur Lüge.

Ein weiteres Grundmuster ist die „Lüge mit Bildern“, die geschickte und manipulative Zusammenstellung von Einzelbildern. „F wie Führermythos“ zeigt am Beispiel des „Führers“ Adolf Hitler die Inszenierung seiner Person zum fast übernatürlichen Wesen.

Die Ausstellung ist Montags bis Freitags von 10 Uhr bis 17.30 Uhr, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 13 Uhr bis 17.30 Uhr im ZDF-Sendezentrum in Mainz geöffnet.

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