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2 Kommentare

Die acht leckersten Food-Fotografie-Tipps

Die acht leckersten Food-Fotografie-Tipps

Welche dir das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen!

Wer lange genug wiederstehen kann, vor dem Essen noch zu fotografieren, kann ein spannendes Themenfeld für sich entdecken: die Food-Fotografie, als das etwas andere Stillleben. Täglich wechselnde Motive, die Erfahrungen im Bereich der Lichttechnik, besonders in Bezug auf das natürliche Licht, und das gute Gefühl, etwas Selbstgemachtes festzuhalten, sorgt für einen mehrfachen Genuss.

Die Vorbereitung

Die Food-Fotografie fängt schon beim Einkauf der Lebensmittel an: wähle aus dem Gemüse, dem Fleisch, aus Obst und allen anderen Zutaten nur die Topmodels aus.  Ein offensichtlicher Hinweis, doch nichts verhindert dein Food-Shooting schneller, als braune Blätter oder vertrocknete Tomaten.

Wir werden unser Motiv aus nächster Nähe fotografieren, so dass selbst kleinste Fehler sichtbar werden. Schon beim Einkauf denken wir also an das Ergebnis, wobei der Einkauf selbst auch Teil der Geschichte werden darf, wie hier zu sehen:

Urheberrecht: gpointstudio

Licht ist Alles

Natürliches Licht ist hier gefragt. Ein typischer Aufbau ist tatsächlich am großen Fenster mit weißen Vorhängen. Die Food-Fotografie ist recht minimalistisch. Bei Porträts können wir mehr und mehr Lichtquellen dazu geben, bis sich die perfekte Form herausbildet.

Ist jedoch Essen dein Model, so ist eine einzelne, große und sehr diffuse Lichtquelle die richtige Wahl. Diese sanfte Hintergrundbeleuchtung ist der Schlüssel für appetitliche, texturierte Oberflächen.

Urheberrecht: Maksim Toome

Sehr hilfreich ist ein Reflektor in Silber und Weiß. Damit können allzu harte Schatten aufgefüllt werden, um Details zurück zu bringen. Leicht kommen so mehr Farbe und Strukturen in das Bild. Ein Blitz sollte nicht verwendet werden, da die feinen Strukturen der Nahrung verschwinden.

Die Umgebung

Nicht nur das Essen an sich, sondern die komplette Umgebung und alle Accessoires  bestimmen die Qualität der Aufnahme. Ablenkung vom eigentlichen Motiv ist nicht unser Ziel, vielmehr soll der Hintergrund die Nahrung noch schön unterstreichen. Ist dieser jedoch zu chaotisch oder bunt, so wird die Aufmerksamkeit des Betrachters von der Nahrung weggezogen. Wir nutzen also einen neutralen Hintergrund, wobei neutral nicht leer bedeutet.

Urheberrecht: Africa Studio

Der Teller zeigt einen guten Kontrast zum Essen – einfarbig weiß oder die Komplementärfarbe. Holz ist immer eine gute Basis, wobei der Tisch oder ein Schneidebrett schon ausreichen. Besteck, rohe Zutaten oder feine Servietten stellen die Requisiten, gerne aus einem gemeinsamen Farbschema. Und natürlich ist der Teller auch sauber (was gar nicht so einfach ist, sobald Essen kunstvoll angerichtet werden soll).

Perspektiven

Bei der Aufnahme probieren wir verschiedenste Winkel und Perspektiven, wie etwa direkt an der Tisch- oder Tellerkante entlang, schräg gesetzt oder doch direkt von oben herab, als Klassiker der Food-Fotografie. Diese Einstellung bietet zahlreiche Vorteile, da alle Details der Nahrung und des Hintergrunds betont werden und das bewusste Anrichten, also das Arrangement der Elemente, weitaus leichter gelingt.

Dabei kann man gerne auch an Gestaltungsregeln, wie etwa dem Goldenen Schnitt oder die Drittelregel denken. Ein besonderes Getränk oder auch ein Nachtisch verlangen dabei  eher nach der Aufnahme von der Seite. Werde gerne kreativ und versuche das Gericht anders abzubilden, als es die meisten Menschen sehen würden.

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Ergänzende Aufnahmen

Wie schon angesprochen kann der Einkauf schon die ersten Motive bieten. Gerne wird auch der Prozess abgelichtet. Oft ist das Zerkleinern und Zerhacken fotografisch genau so interessant, wie das spätere Ergebnis. Als Idee bietet sich die Vorher-Nachher-Aufnahme an oder Schritt-für-Schritt-Bilder – von der Zubereitung, über den Kochtopf oder dem Blick in den Ofen, hin zum fertigen Gericht auf dem Teller. Selbst die letzten Krümel und Reste könnten zu dieser Abfolge passen.

In Kombination mit weiteren Elementen, wie etwa einem Buch oder Schmuck kann eine Geschichte ganz ohne Worte erzählt werden, mit nur einem Foto. Auch ein menschliches Element (die Hand mit dem Kochlöffel) mag dazu passen.

Urheberrecht: mythja

Tiefenschärfe

Setze den Fokus auf die erste Kante der Lebensmittel. Der Hintergrund mit seinen ergänzenden Inhalten unterstreicht die Geschichte des Bildes, soll aber nicht vom Hauptmerkmal ablenken.  Ein weicher, fast verträumter Hintergrund mit einer ästhetischen Unschärfe ist deshalb empfehlenswert.

f/2.8 oder f/1.8 sollten das ermöglichen, für die ansprechende Tiefenschärfe, die den Blick des Betrachters lenkt und dem Essen einen schönen Rahmen gibt. Ein ISO-Wert um die 400 (bei gutem Tageslicht eher kleiner) sollte passen. Nutze ein Stativ, um die Belichtungszeit recht kurz zuhalten (1/20).

Urheberrecht: Kati Molin

Problemfall: Eis und ähnlich Verschwindendes

Generell müssen wir schnell arbeiten. Essen sieht frisch serviert einfach besser aus, als kaltes Fleisch und welker Salat. Die größte Herausforderung aber ist (ganz klar) Eiscreme oder Sahnetorten. Sobald es den Teller auch nur berührt, fängt es an zu schmelzen. Die Lösung ist: Trockeneis! Das Speiseeis wird darüber aufgebaut. Mit einem Strohhalm wird dann während der Aufnahme der Dampf vom Trockeneis weggeblasen.

Dieser kann übrigens auch dabei helfen, manche Bereiche etwas zu formen und bewusst schmelzen zu lassen. Kaufen kann man Trockeneis manchmal in der Apotheke, in Auslieferungslagern von Kühl- und Tiefkühlware oder auch online. Vorsicht: Nicht mit bloßen Händen anfassen,  da es zu Verbrennungen führen kann.

Urheberrecht: Simone van den Berg

Ergänzende Tutorials

Mit dem Video-Training Digitale Kameras verstehen – Digitale Fotografie lernen von Christian Haasz erhalten wir die Grundlagen der Digitalfotografie. Und auch die Fotografie-Workshop-DVD bietet tiefe Einblicke in die Arbeitsweisen bekannter Fotografen, von einem Dutzend Profis, wie etwa Jens Brüggemann, Jürgen Held, Felix Rachor oder Pavel Kaplun. Tutkit.com ist ein Projekt direkt aus der Szene der Fotografen und Bildbearbeiter. Ein erster Test ist kostenlos!

PSD-Tutorials

Kommentare

  1. Der Hinweis mit dem Stativ sollte mehr herausgearbeitet werden. Erstens kann die Empfindlichkeit bei normalen ISO 100 belassen werden und zweitens kann niemand eine Nahaufnahme mit 1/20 sec verwacklungsfrei halten

  2. Der Artikel ist lecker gemacht ;-)
    Wir arbeiten gerade an einem Foodshop und können die Tipps gut gebrauchen. Ist ja doch eine ganz andere Arbeit als bei der People-Fotografie

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