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15 Kommentare

Akt ungleich Nackt

Die Akt-Fotografie könnte man bösartig als Wichsvorlage für Intellektuelle bezeichnen, da sie je nach Künstler öfters mal Grenzen überschreitet und Obszönes, doch zumeist Schönes präsentiert, dabei aber nie plump wirkt, was wohl einer der Unterscheidungsmerkmale zwischen Nackt- und Akt-Aufnahmen ist. Das mag nicht jedermanns Geschmack treffen, vor allem wenn die Bilder doch einmal wie Aufnahmen schmutziger Filmchen wirken. Da solche Fotos durchaus in seriösen Galerien ausgestellt werden, verweise ich auch hier darauf.

The Modernist bietet unterschiedlichen Künstlern eine Plattform. Terminal 1 ist für Aktbilder reserviert, wo derzeit acht Fotografen vorgestellt werden. Schon diese noch recht harmlosen Beispiele zeigen, wie verschieden ein Akt sein kann, welche doch einen gemeinsamen Nenner haben: Es sind Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Sehr oft werden Aktbilder ohne Farbe aufgenommen oder nachträglich in der Bildbearbeitung entfärbt, da die unbunte Ausführung einfach seriöser wirkt.

Farbig und gewagter sind die Aktbilder auf TheNymphes.net. Die lächerliche Altersabfrage am Anfang der Website wird natürlich kaum einen Jugendlichen vom Eintritt abhalten, doch treiben diese sich eh auf anderen Seiten herum. Die italienische Fotografin und Berlinerin Simone Modotti ist verantwortlich für Aufnahmen, die einem biederen Geist zu weit gehen werden.

Zurückhaltener und vielleicht etwas kommerzieller ist Thierry le Goues. Viele seiner Bilder könnte man sich als Cover oder in der Werbung vorstellen, was zum Teil natürlich auch der Fall ist. Eine Altersabfrage ist hier unnötig.

Es überrascht kaum, dass die Aktfotografie von Männern hinter und Frauen vor der Kamera dominiert wird. Doch zeigt Paul Mpagi Sepuya, dass auch Männer als Models einen Wert haben. Der Fotograf bildet sie sehr natürlich und ohne große Effekthascherei ab.

Stefan De Lay fordert für seine Fotos auf der Website ein elterliches Abkommen für Kinder unter 16 Jahren, wenn sie die Bereiche Nacktphotos und Nackt Porträt besuchen möchten. Diese sind ein schönes Beispiel für warme Töne, die wohl dank Duplex entstehen.

Wem diese Bilder zu brav sind, der besucht Kula Photografie (das Internet lebt, nur dieser Link nicht mehr). Da kommt es entgültig zur Verschmelzung von Kunst und Porno, deren Wert wohl nur der Künstler beurteilen darf. Bestimmt nichts oder gerade etwas für die Frauenrechtler unter den Besuchern. ;-)

Wer auf den Geschmack gekommen ist, besucht auch noch Jörn Stubbe oder den Blickpunkt Fotografie.

Kommentare

  1. Die Akt-Fotografie könnte man bösartig als Wichsvorlage für Intelektuelle bezeichnen

    Hahaha … stimmt! :)

  2. Matthias Alph

    Finde leider keine E-Mailadresse, mit der ich mich direkt in Verbindung setzen kann, deshalb über diesem Weg.
    Bitte setze Dich doch mal mit mir in Verbindung.

  3. Holger

    Pfui! Das sage ich deiner Mutter, was du für Sachen zeigst! ;-)

  4. Er zeigt doch das normalste der Welt?! Ich fotografiere auch ab und zu Akt. Ich denke es ist ein Unterschied, wie zwischen Tag und Nacht, wenn ich als Fotograf ein Aktmodel vor der Kamera habe oder wenn ich als „normaler“ Mann privat eine Dame nackt vor mir stehen habe. Aktfotografie ist Kunst, keine Pornographie.

  5. @Jan Matzmacher
    naja, so einfach ist das ja nun nicht. Nicht jede Aktfotografie ist gleich Kunst. Der Anspruch ist da schon ein Anderer und das kann man gerade an den hier verlinkten Seiten sehr gut ablesen. Derzeit machen sich immer weniger Fotografen Gedanken um die Grenze zwischen Pornografie und Kunst. Daher ist m.E. die Grenze auch arg verwischt und es kommt zu eiener Egal-Menthalität, die aber immer wieder an einer neutralen qualitativen Beurteilung scheitern wird. „Der Künstler“ mag seine eigenen Grenzen definieren, dem Rezipienten steht das aber auch offen.

  6. Am Anfang der Fotografie war die Gesellschaft vor allem in Europa sehr brüde, da wurde wirklich oft unter dem Deckmantel der Aktfotografie Softpornografie gemacht, aber heute würde ich das nicht mehr behaupten. Die Aktfotografen habe eher das Problem, das es auch sehr gute Pornofotografen gibt, von denen sie sich manchmal nur sehr schwer abgrenzen können.
    Aber der Satz mit der „Intelektuellen Wichsvorlage“ finde ich klasse!

  7. @ Matthias Alph: Du erreichst mich unter artikel@drweb.de oder an@dirkmetzmacher.de !

  8. Eine Abgrenzung zwischen (künstlerischen) Aktaufnahmen und (voyeuristischen) Nacktaufnahmen ist m.E. nicht nur schwierig sondern in vielen Fällen auch müssig. Vieles was anfänglich provokativ war, wurde in der Kunst schrittweise gesellschaftsfähig und ist irgendwann „Mainstream“ geworden. Wir brauchen den Grenzgänger um uns weiter zu entwickeln. Was heute noch zu viel ist, kann morgen unzählige Nachahmer gefunden haben.

    Von den Bildern, die im Artikel verlinkt sind gibt es viele, die mir persönlich nicht gefallen. Aber das ist mein persönlicher Geschmack. Ob die Bilder nun Kunst (also Akt) oder „nur“ Pornografie sind möchte ich nicht beurteilen müssen.

    Ich habe den Eindruck, dass Provokation häufig verwendet wird, um auf sich aufmerksam zu machen. Manchen gelingt es nur, durch provokative Inhalte aus der Masse herauszutreten.

    In der Streetfotografie, finden einige das ungefragte Fotografieren und Veröffentlichen von Bildern eines angetrunkenen Obdachlosen absolut legitim … schließlich macht man ja sozialkritische Kunst. In der Aktfotografie werden vermeintliche sexuelle Handlungen in den Vordergrund der Aufnahmen gestellt oder man reitet das BDSM/Fetisch-Thema, bis es wiedermal abgelutscht ist.

    Man provoziert um aufzufallen, um auf schnelle Art Aufmerksamkeit zu erregen. Das gilt sicherlich nicht für alle, die den Grenzgang wagen. Aber manchmal hat man den Eindruck dass bei einigen Nachahmern der Wunsch nach Aufmerksamkeit (bewusst oder unbewusst) eine wichtige Rolle spielt.

    LG
    Roland

  9. @Roland
    wenn es nur noch um das Auffallen geht, dann nimmt das Nachdenken über die transportierten Inhalte ab. das meinte ich weiter oben mit der „Egal-Haltung“. Die Unterscheidung, was Pornografie ist und was nicht, ist ja nichts Neues und durchaus anhand lange diskutierter und feststehender Kriterien zu überprüfen. Nur demjenigen, der die Aufnahmen anfertigt, ist der Inhalt, den er damit transportiert immer weniger bewußt. Gerade an dem von Dir erwähnten Fetisch-Thema ist das doch sehr gut abzulesen – es ist zur Mode geworden also macht es jeder. Und in der Masse ergibt sich daraus unweigerlich eine Unmenge an Schrott und wenig wirklich Qualitatives. Was wirklich wieder in den Vordergrund gerückt werden muß ist der Aspekt der Qualität, vor allem den Inhalt betreffend. Manches von dem was hier verlinkt wurde, erfüllt uneingeschränkt den formalen Qualitätsanspruch, kann aber m.E. der inhaltlichen Ãœberprüfung häufig nicht standhalten. Mein Lieblingsbeispiel hierbei ist die Serie „Naked People an Furniture“. INhaltich ist da nix und der schöne Barcelona-Stuhl ist einfach immer nur verstellt ;-)

  10. @ Carsten:

    So wie es aussieht bin ich hier in einem Forum gelandet, in dem nicht nur technische Datenblätter miteinander verglichen werden. Das freut mich … sehr. Hilf es mir doch, meine eigenen Gedanken zu ordnen, die mitunter ziemlich unscharf sind. ;-)

    Ich habe manchmal den Eindruck, dass das Nachdenken in der Fotografie nicht weit verbreitet ist. Dabei kritisiere ich nicht die „Erinnerungsfotografie“. Mir scheint es nur manchmal so, dass auch in der „ambitionierten“/künstlerischen Fotografie die Technik oder der Wunsch aufzufallen über Inhalt oder Form gestellt werden. Und mit „Form“ meine ich jetzt weniger handwerkliches wie „sauber belichtet“ etc. Bei Form geht es mir mehr um Ästhetik, um gestalterische Dinge.

    Bei vielen Bildern geht es mir so, dass ich weder eine inhaltliche noch eine formale Auseinandersetzung mit dem Motiv/Thema erkennen kann. Und dabei spielt es keine Rolle, ob es um Akt/Nackt, um Katzen, Sonnenuntergänge, kleine Kinder etc. geht. Das mag daran liegen, dass mir der entsprechende Zugang fehlt, dass mag aber auch daran liegen, dass eine solche Auseinandersetzung nicht stattgefunden hat. Sie muss ja nicht mal bewusst ablaufen.

    Klar setzt man sich nicht bei jedem Bild bewusst mit dem Motiv oder Thema auseinander. Ich selbst mache auch mehr als genug Erinnerungsbilder oder drücke auf dem Auslöser aufgrund eines momentanen Impulses. Aber zumindest ab und an frage ich mich, was ich da eigentlich treibe bzw. was mich an einem Thema reizt, was mir an einem bestimmten Motiv gefällt. Was ist der Kern, das typische für mich an einem Motiv, an einer Situation, an einem Thema? Das ist zwar „anstrengender“ und ruft weniger Claqeure auf den plan als die 100.000ste DRI-Nachtaufnahme bzw. die 250.000 halbnackte 20jährige im Sonnenuntergang. Für mich persönlich ist es allerdings deutlich befriedigender.

    Viele Grüße + schönes WE

    Roland

  11. Paul

    Die URL http://www.kulaphotography.com/taschen/1.html funktioniert leider nicht mehr. Ansonsten toller Eintrag. Ruhig mehr davon.

  12. Peter Vögeli

    Ich finde auch, dass es einen Unterschied gibt zwischen Aktfotografie und Pornografie. Wobei ich hier nicht den künstlerischen Standpunkt beachte, sondern den Inhalt des Bildes. Pornographie ist für mich, wenn der Körper des Menschen (meistens der Frau) die grössere Rolle spielt, als die Person selber. Das wichtigste an einer Aktaufnahme ist ein schönes Portrait des Menschen, wo Gefühle zu sehen sind. Auch wenn dann der nackte Körper sichtbar ist, sind es in diesem Fall Aktbilder und keine Wichsvorlagen. Beispiele für schöne Kunstbücher sind „Mach ein Bild von uns“ von Thomas Karsten oder „In Camera“ von Christian Vogt.

  13. Tja,

    da werde ich wohl mal dürfen, als Akt und Erotikfotograf melde ich mich mal mit Bildern zurück. Für ungeduldige User hier die
    Web-Seite: http://www.schlewitz.de. Man kann, (wenn man kann)
    immer knapp vorbei……. aber im ästhetischen und immer spannenden Bereich bleiben. Voll draufhalten ist weder Können noch Kunst. Zum ewigen Anschauen reicht’s nicht, dafür ist es zu informativ. (Ãœbrigens deswegen müssen der Playboy und andere Magazine jeden Monat eine neue Ausgabe rausbringen.

  14. Ronnie

    „Die Akt-Fotografie könnte man bösartig als Wichsvorlage für Intellektuelle bezeichnen…“ Das stimmt manchmal, aber nicht immer.
    Aber auch die Bilder von Stefan De Lay eignen sich dazu, dies bis zum Orgasmus zu tun, da einige Bilder die intime Ansicht des Geschlechtsteils richtig betonen. Die Fotos sind manchmal richtig geschlechtsteilpräsentierend dargestellt. Bei >>Nudes>Nude Portraits

  15. Das mit der Wichsvorlage ist ja wirklich ein ganz dummer vergleich, wenn auch witzig.

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