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Workshop: Farbsysteme – Teil 2

Die Farblehre hat eine lange Geschichte. Nicht nur Leonardo da Vinci hat sich mit Farbe beschäftigt, sondern auch Newton und Goethe. Ein kurzer Abriss der Geschichte der Farbkreise soll zeigen, dass auch die Zusammenstellung von Farben evolutionär ist.

1. Komplementärfarben

Die Farben, die sich im Farbkreis gegenüberstehen, werden Komplementärfarben genannt. Wegen ihrer Position werden sie vereinzelt als Gegenfarbe bezeichnet. Sie bieten starke Kontraste und können damit eine visuelle Spannung erzeugen. Die Komplementärfarbe von Rot ist Türkis, die von Grün Purpur und die von Blau Gelb.

Menschen mit einer Farbsehschwäche können einige Komplementärfarben nicht auseinander halten, da sie den gleichen Helligkeitswert besitzen, so bei einer Rot-Grün-Schwäche. Die Komplementärfarben werden gerne in der Werbung eingesetzt, da der Farbkontrast die Aufmerksamkeit des Betrachters anzieht.

2. Kurze Geschichte der Farbkreise

Angefangen bei Leon Battista Alberti (1404-1472), über Newton (1643-1727) und Goethe (1749-1832) bis hin zu Itten (1888-1967) gab es in der Geschichte zahlreiche Bemühungen, ein objektiv begründbares Ordnungssystem für Farben zu gestalten.

So orientierte sich Leonardo da Vinci an der Anordnung der vier primären Farben Gelb, Grün, Blau und Rot, wie sie sein Landsmann Leon Battista Alberti 1435 erstellt hatte. Der hatte erkannt, dass Farben nicht nur durch ihre Buntheit, sondern auch durch ihre Helligkeit festgelegt werden. Der Doppelkegel nach Alberti stellt die unbunten Farben an den Spitzen der Kegel dar. Die Mischfarben befinden sich innerhalb des Doppelkegels. Grau entsteht im Zentrum auf der Mittelebene.

Isaac Newton baut seinen Farbkreis über die Zerlegung des Tageslichts mit Hilfe eines Prismas auf. Er beobachtete sieben farbige Elemente, die er im Kreis anordnete.

Goethe hatte selbst Versuche mit Prismen unternommen, trotzdem hat er seinen Farbkreis anders aufgestellt. Er glaubte, dass die Farben im menschlichen Auge entstehen.

Im Farbkreis von Johannes Itten stehen im Dreieck Gelb, Blau und Rot zusammen. Die nachfolgenden Dreiecke, die ein regelmäßiges Sechseck bilden, zeigen die durch subtraktive Farbmischung entstehenden Sekundärfarben Grün, Violett und Orange. Itten legte als Primärfarben ein mittleres Gelb, ein mittleres Rot und ein mittleres Blau fest. Ansonsten wäre die Mischung sämtlicher Buntfarben nicht mehr möglich. Grün ist bei Itten keine Primärfarbe.

Die Normfarbtafel des CIE ist ein aktuelles System und erlaubt keine rechnerische Bestimmung der Farbunterschiede. Im CIE-Lab-System werden Farbunterschiede als Entfernungen in einer Grafik angezeigt.

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