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Bildmanipulation bei N-TV?
von Dirk Metzmacher
Niemand möchte hier etwas unterstellen, aber bei der Ansicht einer Bilderserie auf n-tv.de mit Vorher- Nachher-Bildern der Tsunami-Gebiete ist mir aufgefallen, das Teile der Bilder eingefärbt wurden – zumindest wirkt es so.
Im Beispiel sieht man drei Bilder. Die ersten beiden Fotos wurden so auf n-tv.de veröffentlicht. Eine Küstenlandschaft vor dem Tsunami, darunter nach dem Tsunami. Wobei die rechte Seite praktisch einfarbig ist. Man denke sich einfach mal vor Ort – alles in dunklen Rottönen. Darin vermute ich die Manipulation. Ob das Bildmaterial bearbeitet wurde, um den Effekt “Vorher-Nachher” zu verstärken, bleibt beim zweiten Foto unbeantwortet.
Das letzte Bild ist eine Variante von mir, bei der per Photoshop die Farben des ersten Bildes über das Zweite gelegt wurden. Es soll zeigen, wie die Realität vermutlich ausgesehen hat. Schlimm, aber vielleicht nicht schlimm genug für ein Nachrichten-Magazin?
Alles nur eine Vermutung. Man fragt sich trotzdem, wann endlich digital bearbeitete Bilder in den Medien gekennzeichnet werden.
Kommentare
Manipulationen gibt es überall, da jeder um die Leser und Zuschauer kämpft und dabei alle Mittel nutzt. Man sollte nur dezent vorgehen!
Ich denke, das zweite Bild IST manipuliert.
Problem der Nachrichten ist, dass uns die “Realität” nur noch durch einen Filter präsentiert wird. Langfristig führt das wohl zu einem gewollten Leichtglauben der Bevölkerung. Oder zu einem übersensiblen Misstrauen gegenüber allem. Hurra, endlich werden auch wir Amerikaner…
Traurig. :-(
Natürlich sind die Bilder bearbeitet. Aber das ist es nicht, was N-TV verschwiegen hat, sondern die Quelle.
Hier ist sie:
http://earthobservatory.nasa.gov/Newsroom/NewImages/images.php3?img_id=16777
In der Tat schwer zu sagen, ob hier was verändert wurde.
Mir ist auch nicht ganz klar, ob es sich hier um klassische Luftaufnahmen handelt oder um Satellitenbilder.
Satellitenbilder sind ja keine “Farbfotos” im üblichen Sinne, sondern entstehen durch Berechnungen aufgrund der reflektierten elekromagnetischen Strahlung von der Erdoberfläche. Die Kolorierung der Fotos ist erst der letzte Schritt – womöglich liegt hier dann auch die Ursache für den Farbunterschied.
Ich bin da aber auch kein Experte, nur eine Vermutung.
Ich sag da nur: Wag The Dog !
Meiner Meinung nach ist das Bild nicht coloriert. Wenn man dem Link Eva folgt, sieht man am oberen Bildrand noch grün (Was auch die – wenn auch mögliche – Vermutung von Gilbert widerlegt. Und im unteren Bild vom 10.Januar 2003 sieht man, dass die Erde dort tatsächlich so dunkel ist. Da müsste man sich mal nach der dortigen Bodenbeschaffenheit erkundigen.
Natürlich ist heute vieles möglich, deshalb muss man aber nicht direkt unterstellen, dass es auch angewand wird. Und natürlich: Manipulierte Bilder sollten markiert sein.
In anderen Bereichen ist es viel schlimmer!
Man bedenke nur wie Bilder in Reisekatalogen etc. pp. aufgewertet werden…
Kopieren von z.B. Bäumen, Veränderungen der Perspektive usw. sind keine Seltenheit.Ob hier an diesen Bildern coloriert wurde lässt sich schwer sagen.
Aber schaut mal auf dem “bearbeiteten” Bild links unten hin. Da ist noch ein Rest grün.
Noch besser hinter dem Link (Kommentar 3.) zu sehen.Vielleicht ist da wirklich soviel mit Schlamm bedeckt und weggerissen worden.
Und soweit ich mich erinnern kann waren die Bilder auch in diesen Farben auf spiegel.de zu sehen.
Meiner Meinung nach sind sowohl die Bilder hier, als auch die Bilder bei der Nasa manipuliert. Vergleicht man die Bilder bei der NASA mal etwas genauer, fallen einem Probortionsverschiebungen auf. Klar, sollte nach einer solchen Katastrophe kein Wunder sein, aber das etwas größer wird? Wohl kaum.
Man beachte am oberen Bildrand die ins Bild ragende Landzunge, welche bei dem Nachher-Bild (nach dem Zunami) wesentlich größer als bei dem anderen Bild zu sein scheint. Doch gibt es klare Kanten, also unwarscheinlich , dass es sich um angespülte Erde handelt, welche sicherlich unklarere Linien hinterliese.
Was die “Proportionsverschiebungen” angeht, so ist deutlich zu sehen, daß das Wasser einen Teil der Küste abgetragen hat. Besonders auffällig der Trichter bei dem kleinen Fluß im unteren Drittel. Angesichts der Tatsache, daß das friedvolle Sylt mittlerweile nur noch ein schmaler Streifen ist, ist hier keine Manipulation zu vermuten sondern schlicht: Naturgewalt.
Die Farbe ist irritierend, aber inwiefern sie manipuliert ist oder durch Schlamm / “Erosion” des Bodens hervorgerufen würde ich nicht so ohne Weiteres behaupten wollen. Erkennbar ist, daß ein Großteil der Bäume (dunkelgrüne Baumkronenaufsichten im Bild1) umgeknickt, mitgerissen, eben nicht mehr vorhanden ist. Wie die Erdoberfläche darunter ausgesehen hätte vor der Flut – gibt’s dazu Anhaltspunkte?
Die Wasserflächen, die sich in Mulden landeinwärts gebildet haben in der Überlagerung der Bilder grün darzustellen ist jedenfalls “falsch”.
Wie wäre es denn mit einem Vergleich in Graustufen?
Seid gegrüßt…
Man kann sie im ersten Bild an den Feldern erahnen, im zweiten wird sie eben überdeutlich: Die Farbe der Erde. Eine Naturkatastrophe die 280.000 Menschenleben fordert, wird sich doch auch in Bildern widerspiegeln dürfen.
Obwohl kleine und größere Bildmanipulationen heute zum Alltag gehören, dürfte jedem Journalisten die Bedeutung solcher Bilddokumente bewußt sein. Ich kann mir echt nicht vorstellen, dass da jemand zu manipulieren anfängt, weil es zu wenig spektakulär ist…
Das dritte Bild finde ich daher irgendwie unanständig: Man hätte die Frage, ob eventuell manipuliert wurde, auch ohne dieses 3. Bild aufwerfen können. Welcher Gedankengang steht denn hinter diesem Bild? Ich stell mir in etwa folgendes vor: “Ach, so schlimm kann’s doch nicht gewesen sein, ein bisschen grün müsste da doch noch übrig sein. Diese bösen Journalisten haben das sicher wegmanipuliert. Dank meiner Photoshop-Kenntnisse kann ich der Realität aber wieder zu ihrem Recht verhelfen. Ja das mach ich.” Gedacht – Getan. “Ja so sieht das jetzt schon realistischer aus. Was bin ich nicht für ein großartiger Aufdecker.”
Eine Manipulation kann man mit dem Originalmaterial aufdecken. Oder durch eindeutige Spuren der Bildbearbeitung. Keinesfalls lässt sich das Vorliegen einer Manipulation aber durch eine Manipulation der vermeintlichen Manipulation belegen!
Das es eine unvergleichliche Naturkatastrophe war steht außer Frage. Es ist richtig, das dritte Bild ist vor diesem Hintergrund unpassend, aber es sollte bestimmt keine “Photoshopkünste” zeigen, sondern vielmehr den Blick für Manipulationen schärfen. Und die Realität sieht leider so aus, dass kaum noch Bildmaterial unbehandelt (also ECHT!) veröffentlicht wird.
Hi,
wenn man sich die oben schon erwähnten Originale ansieht:
Zoom in
Zoom out
glaube ich, dass sich diese Diskussion echt erübrigt und die Bilder relativ echt zu sein scheinen. Auch ich Finde das Bild drei überzogen, hinter dieser PS bearbeitung steht keinerlei beweisbarer Hintergrund oder irgendwelche Spezialkenntnisse….
Richtig, in der Vergrößerung sieht man es mehr als deutlich: Es ist KEINE Bildmanipulation. Damit dürfte die Diskussion geschlossen sein. Trotzdem bleibt die Frage offen, wann endlich manipulierte Bilder in den Medien gekennzeichnet werden.
Also ich vermute mal, daß es sich bei dem zweiten Bild nicht um eine Manipulation handelt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß nach so einer Flut eine grüne Wiese nicht mehr wirklich grün aussieht, sonden alles eher so bräunlich matschig. Meine Schwiegereltern waren von der “Jahrhundertflut 2002″ betroffen (http://home.arcor.de/rossberg2/galerie/hochwasser/index.htm).
Und da war es ja nicht so, daß der Boden ganz weggespült wurde wie an der Küste im Tsunamigebiet. Also kann man wohl davon ausgehen, daß die Farben auf dem zweiten Bild der Ralität doch recht nahe kommen.MfG strudel
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